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"Eine großartige sportliche Heimat"

Mi 11.06.2014

Seit dem Frühjahr sind Sebastian Fuchs und Thomas Kaczmarek als BR Volleys Beachteam an den Stränden Deutschlands und der Welt unterwegs. Auf der „smart beach tour“ und der „FIVB Open World Tour“ konnten schon gute Ergebnisse erzielt werden. Im Interview sprachen wir mit „Fuchsi“ und „Kacze“ über das Projekt, den Saisonstart und die bevorstehenden Aufgaben.


2014-06-11

Hand in Hand: Das BR Volleys Beachteam Sebastian Fuchs (li.) und Thomas Kaczmarek.
Foto: Björn Leidheiser


Seit gut drei Monaten spielt Ihr als BR Volleys Beachteam zusammen. Wie zufrieden seid Ihr mit dem Start dieses neuen Projekts?
Sebastian Fuchs: Wir bauen uns momentan ein neues Umfeld auf, in dem wir in Ruhe unsere Spielidee entwickeln und ausbauen können. Dabei sind wir auf einem guten Weg. Unsere Trainingsmöglichkeiten in Berlin sind wahrscheinlich die besten, die man in Deutschland finden kann. Mit André Fröhlich haben wir einen erfahrenen Trainer und mit den BR Volleys eine großartige sportliche Heimat. Das sind aus unserer Sicht die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft.

Gleich bei Eurem ersten Turnier in China verletzte sich „Kacze“ so schwer, dass Ihr das Turnier abbrechen musstet. Thomas, was ist da genau passiert und wie geht es Dir jetzt nach dieser Verletzung?
Thomas Kaczmarek: Bei einer Abwehraktion im Abschlusstraining bin ich nach einem Ball gehechtet und verletzte mich an einem spitzen Stein, der leider im Spielfeld lag. Dabei habe ich mir eine tiefe Fleischwunde am Unterschenkel zugezogen, die im chinesischen Krankenhaus mit ca. 13 Stichen genäht werden musste. Leider war damit unser Turnier in China schon vor dem Start beendet. Heute geht es mir wieder sehr gut. Die Wunde ist gut verheilt und hat sich auch nicht entzündet. Es dauerte zwar einige Zeit, bis ich wieder voll belastbar war, da es bei jedem Bodenkontakt mit dem Unterschenkel sehr schmerzte. Doch kurz vor dem Turnierstart in Münster konnte ich wieder schmerzfrei trainieren und auch einen guten Wettkampf spielen.

Somit war das darauffolgende Turnier der FIVB World Tour in Mexiko quasi ein Saisonstart 2.0. Leider seid Ihr bei diesem schon in der Gruppenphase unglücklich gescheitert. Sebastian, kannst Du das Turnier noch einmal Revue passieren lassen und wo siehst Du die Gründe für das frühzeitige Ausscheiden?
Fuchs: Durch die Verletzung von „Kacze“ war es nicht möglich, nach dem Turnier in China zusammen zu trainieren und das ist in einer Sportart, in der das Zusammenspiel so wichtig ist, ein riesiger Nachteil. Der Start in eine Saison ist oft nicht einfach. Man spricht immer wieder vom fehlenden Rhythmus und das trifft in unserem Fall zu. Jeder von uns brauchte jeweils ein Spiel, um normales Niveau zu erreichen, was wir dann im dritten Spiel hatten. Aber selbst dann macht man noch Fehler, die einem in ein paar Monaten sicherlich nicht mehr passieren.


Am 23. Mai startete in Münster die smart beach tour 2014 mit Euch im Hauptfeld. Wie fällt Euer Fazit aus?
Kaczmarek: Das Fazit fällt sehr positiv aus. Wir haben vier gute Spiele gegen starke Gegner absolviert und über weite Strecken schon ein sehr hohes Niveau gezeigt. Das Highlight war natürlich der deutliche Sieg gegen die amtierenden Deutschen Meister Böckermann/Urbatzka. Da wir, wie Sebastian schon sagte, nach meiner Verletzung nur wenig zusammen trainieren konnten, freuen wir uns umso mehr, dass wir in Münster schon in vielen Situationen angedeutet haben, was in uns steckt und was in dieser Saison möglich ist. Die Formkurve zeigt ganz klar nach oben!

Sebastian, Du bist kurzfristig für den verletzten Sebastian Dollinger eingesprungen und hast an der Seite von Lars Flüggen die Beachvolleyball-EM in Cagliari/ITA gespielt. Wie hast Du die EM erlebt und welche wichtigen Erfahrungen nimmst Du mit für die kommenden Turniere mit "Kacze"?
Fuchs: Die EM war natürlich ein schöner Moment. Es macht immer Spaß, sich mit den besten Sportlern seiner Sportart zu messen. Vor dem Hintergrund, dass Lars Flüggen und ich nicht eingespielt waren, haben wir das Maximale herausgeholt und mussten uns einzig den späteren Silbermedaillen-Gewinnern Smedins/Samoilovs zwei Mal knapp geschlagen geben. Wir haben gezeigt, dass wir auf diesem hohen Niveau absolut konkurrenzfähig sind. Das ist für mich das Wichtigste, was ich aus dem Turnier mit in die kommenden Wochen nehme und wovon „Kacze“ und ich profitieren werden.

Wie geht es jetzt für Euch weiter? Welche Termine stehen als nächstes an und welche Ziele gebt Ihr aus?
Kaczmarek: Nach dem letzten Turnier der World Tour im russischen Anapa (Rang 9) und der EM in Cagliari (Fuchs/Flüggen auf Rang 5) sind wir jetzt für einige Wochen in Berlin und legen eine kleine Turnierpause ein. Weil wir seit Mitte März ständig unterwegs waren, kommt die Pause auch zur richtigen Zeit, um die Akkus wieder aufzuladen und in Ruhe noch an einigen Dingen im Training arbeiten zu können. Ab Ende Juni wartet dann ein längerer und sehr wichtiger Terminblock auf uns mit vielen europäischen Turnieren in Lausanne (SUI), Novi Sad (SRB), Biel (SUI) und auch einigen deutschen Cups der smart Beach Tour.

 

In drei Wochen beginnt die neue Bundesliga-Spielzeit mit dem offiziellen DVL-Saisoneröffnungsspiel gegen Generali Haching in der Max-Schmeling-Halle. Mark, wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Vorbereitung und wo siehst Du noch „Baustellen“?

Mark Lebedew: Bis jetzt bin ich zufrieden. Die Mannschaft ist konditionell gut drauf, arbeitet motiviert und intensiv.  Wir haben natürlich noch viel zu tun, vor allem unsere Organisation müssen wir verbessern. Außerdem gibt es das ein oder andere technische Detail, an dem wir arbeiten müssen.

 

Bei den ersten Testspielen in Polen gab es jeweils klare Niederlagen. Worauf legst Du bei solchen Vorbereitungsspielen besonders wert und welches Fazit ziehst Du aus dem Turnier in Olsztyn?

Lebedew: Diese Vergleiche sind wichtig, um zu sehen, wo wir gerade stehen und was wir noch zu tun haben.  Das hat uns das Turnier in Olsztyn aufgezeigt.  Wir haben am Wochenende wichtige Schritte gemacht und junge Spieler wie Ruben Schott und Florian Hecht haben die Möglichkeit bekommen, gegen hochklassige Mannschaften zu spielen. Das wird für die Zukunft wichtig sein.

 

Aufgrund von internationalen Aufgaben stehen Dir in der Vorbereitung nicht alle Spieler zur Verfügung. Kawika Shoji ist mit Team USA unterwegs, Tomas Kmet mit der Slowakei und Neuzugang Srecko Lisinac mit Serbien spielen bei der Europameisterschaft. Wie schwer wiegt dieses Problem und wie kompensiert Ihr die Ausfälle in der täglichen Trainingsarbeit?

Lebedew: Es ist normal, dass zu diesem Zeitpunkt einige Spieler fehlen und es Dinge gibt, die wir nicht trainieren können. Am meisten fehlt uns Kawika, weil wir im Training nur einen Zuspieler haben und so weniger Spielformen üben können.

 

Was sind Deine Erwartungen an das Saisoneröffnungsspiel am 15. Oktober gegen Pokalsieger Generali Haching und warum sollte man sich dieses Volleyball-Highlight nicht entgehen lassen?

Lebedew: Ich erwarte ein hochklassiges Spiel, ein tolle Atmosphäre, Leidenschaft, Spaß und hoffentlich am Ende drei Punkte für die BR Volleys.

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