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Playoff-Finale für Schlüsselspieler Fedor Ivanov
Spätestens, wenn es sportlich um alles geht, um Titel und Trophäen, so wie im zweiten Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zwischen den BR Volleys und der SVG Lüneburg am Samstag (02. Mai um 18 Uhr, www.br-volleys.de/tickets) in der Max-Schmeling-Halle, richten sich die Blicke auf Schlüsselspieler. Auf die Profis für die entscheidenden Punkte und Momente. Bei den Niedersachsen war das in dieser Saison oft der Schwede Axel Enlund, bei den Berlinern der US-Amerikaner Jake Hanes. Und auf noch zwei kommt es ganz besonders an, die auch noch Landsmänner sind: Santeri Välimaa beim Pokalsieger und Fedor Ivanov beim Titelverteidiger.
Denn sie sind die Zuspieler ihrer Mannschaften, die Schaltzentralen, die jeden Angriff einleiten und dafür zentimetergenaue Pässe liefern sollen. Vorwärts, rückwärts, seitwärts – egal. Für Enlund, für Hanes oder andere. Kommt der Ball ein bisschen zu hoch, ein bisschen zu weit nach hinten, ein bisschen zu spät – schon klemmt es in der Offensive. Und viele Augenpaare richten sich auf den Zuspieler. Ivanov ist das aus inzwischen sieben Profijahren gewohnt. „Auf der einen Seite ist es nicht einfach. Du musst die ganze Zeit dabei sein und trägst viel Verantwortung. Das ist eine Art von Druck“, sagt der 25-Jährige, „aber du kontrollierst das Spiel sehr stark. Du bist in jede Aktion eingebunden. Darum mag ich es so.“
Warum der 1,93 Meter große Finne ausgerechnet Zuspieler geworden ist, liegt auf der Hand. „Wenn du eine einfache Antwort hören willst: Mein Vater war Zuspieler. Meine Wahl war also leicht.“ Sergey Ivanov wechselte im Jahr 2000 von Automobilist Sankt Petersburg zu Raision Loimu nach Finnland, blieb dort und gründete eine Familie. Nicht nur Fedor, auch der drei Jahre jüngere Ilja begeisterte sich für Volleyball und entschied sich für die Position des Spielgestalters. Er spielt ebenfalls in Deutschland beim Bundesliga-Rivalen Helios Grizzlys Giesen. Die Brüder haben eine sehr starke Bindung und telefonieren fast täglich miteinander.
Zu erzählen gab es reichlich von dieser Saison in Berlin. Von dem freundlichen Empfang, den ihm seine neuen Mitspieler bereitet hatten, allen voran Florian Krage-Brewitz, mit dem er sich auf und neben dem Spielfeld besonders gut versteht. Die „schnelle Mitte“ mit dem Mittelblocker endet fast immer mit einem Punktgewinn. Es gab den recht erfreulichen Start, den Erfolg beim Ligacup, doch dann unverhofft Rückschläge. „Warum, weiß ich bis heute nicht, aber wir spielen wellenförmig“, sagt Ivanov, „nicht nur von Spiel zu Spiel. Sondern sogar innerhalb eines Spiels.“ Als Beispiel für das Auf und Ab nennt Ivanov das zweite Playoff-Halbfinale in Friedrichshafen. „Zu Beginn haben wir wahrscheinlich einen der besten Sätze in der ganzen Saison gespielt. Der zweite war schwierig, der dritte wieder viel besser, und der vierte war wieder hart. Und sogar im Tiebreak war es so, wir führten 7:4, dann haben wir trotzdem verloren.“
Das Positive ist jedoch: „Unser Level ist jetzt viel besser als zu Saisonbeginn.“ Das bewiesen die Mannschaft und er selbst beim souveränen 3:0 über Friedrichshafen am vergangenen Sonntag. Da spielten die BR Volleys wie aus einem Guss – so, wie sie es eigentlich schon längst vorhatten. Daran konnte man im ersten Finale anknüpfen. Doch bisher war nichts so verlässlich wie die Schwankungen. Der junge Mann stiehlt sich selbst bei der kritischen Betrachtung der Saison nicht aus der Schusslinie. „Ich wäre gern stabiler gewesen in meinen Leistungen. Nicht immer top, manchmal wäre auch ein Medium-Level genug gewesen. Aber es ist auch mal darunter gesunken.“ Der Finne war mit hohen Erwartungen aus der französischen in die Bundesliga gekommen. Gestärkt noch dadurch, dass er eine sehr gute WM auf den Philippinen gespielt hatte. Als Starter hatte er das Nationalteam seines Landes zu einem 3:2-Sieg über Olympiasieger Frankreich und dadurch ins Achtelfinale geführt.
Bei der Rückkehr in die Bundesliga ging Ivanov dann nicht alles leicht von der Hand. BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand versucht das zu ergründen: „Anfangs war es eine ungewohnte Umgebung für Fedor. Das ist ein Phänomen, das man auch von anderen neuen Spielern kennt. Die große Kulisse ist auf der einen Seite toll, ein paar tausend Leute da sitzen zu haben.“ Das erfordert bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger Eingewöhnungszeit. „Natürlich ist der Erwartungsdruck auch groß“, zeigt Niroomand Verständnis, „man kommt hierher, dann willst du das besonders gut machen. Das ist eine zusätzliche Belastung, wenn man so will.“ Man sei umgeben von lauter gestandenen Spielern, die einen hohen Anspruch haben. Dazu kommen die großen Fußstapfen seiner namhaften Vorgänger. „Fedor hatte Druck von allen Seiten und mental ein bisschen lange gebraucht, damit klarzukommen. Nichtsdestotrotz hätten aber auch die anderen besser performen können. Es ist nicht nur er gewesen.“

Nun hat auch Niroomand die gute Entwicklung Ivanovs beobachtet. „Nach und nach ist das immer besser geworden bei ihm. Speziell in den letzten zwei Spielen hat er es klasse gemacht.“ Über seine Qualitäten habe es ja nie Zweifel gegeben. Nach der starken WM. Aber schon vorher, als Ivanov von 2022 bis 2024 in Giesen unter Vertrag stand. „Vor zwei Jahren haben wir da ein saftiges 0:3 kassiert“, erinnert sich der Geschäftsführer, damals war der Finne den BR Volleys erstmals aufgefallen. „Da war Fedor ein emotionaler Anführer und hat auch super gespielt. Deshalb hat er unser Interesse geweckt.“ Doch nach den ersten Rückschlägen in Berlin war von den Emotionen wenig zu sehen; eher traurig und mit gesenktem Kopf schlich Ivanov so manches Mal über das Feld. Zuletzt jedoch waren sie wieder regelmäßig sichtbar, die Gefühlsausbrüche, die positiven Signale nach innen wie nach außen.
„Er ist lockerer, mehr er selbst“, beobachtet Niroomand. Das trifft sich gut, schließlich geht es jetzt um die Meisterschaft. In den Playoffs hat der 25-Jährige seine Sache bisher sehr gut gemacht, jedenfalls gab es kein Absinken mehr unter sein beschriebenes „Medium Level“. Natürlich ist ihm das selbst aufgefallen: „Für uns Finnen ist es nicht so einfach, uns zu öffnen in dieser Art. Aber jetzt kann ich mehr und mehr ich selbst sein. Zuletzt hatte ich ein sehr gutes Gefühl auf dem Spielfeld.“ Nun ist Ivanov auch zuversichtlich, dass er seine gewachsene Stärke in der Finalserie gegen Lüneburg noch ein Weilchen zeigen kann. „Ich bin sicher, unsere Zuschauer werden uns in Spiel zwei extrem helfen. Wir gehen mit einem guten Gefühl auf unseren Homecourt“, um weiter an der zehnten Meisterschaft in Folge zu feilen.

Papiersammelaktion
Zum zweiten Playoff-Finale läuft wieder eine Altpapier-Sammelaktion. Wer mindestens 3 kg mitbringt und am Aktionsstand von Berlin Recycling vor der Arena abgibt, erhält einen Ticketgutschein (1x2) für den Heimauftakt in die Saison 2026/27. Auf die fleißigsten Papiersammler warten attraktive Gewinne. Wer die meisten Kilos mit zur Arena bringt, gewinnt:
- 1. Platz: BR Volleys Originaltrikot
- 2. und 3. Platz: Modell-Müllwagen im orange‑weiß karierten Design aus 451 Klemmbausteinen (Müllauto (Merchandise) – Berlin Recycling Shop)
Außerdem spendet Berlin Recycling pro abgegebenem Kilo Altpapier zwei Euro an das große BR Volleys Talente-Camp 2026 für 200 Kinder auf BeachMitte. Anmeldung: https://www.berlin-recycling.de/zeichen-setzen/talente-camp
Das Playoff-Finale 2026:
Finale 1 | 29. April | 20.00 Uhr | LKH Arena
Finale 2 | 02. Mai | 18.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Finale 3 | 06. Mai | 19.00 Uhr | LKH Arena
Finale 4 | 09. Mai | 18.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle
Finale 5 | 13. Mai | 19.00 Uhr | LKH Arena
www.br-volleys.de/tickets
