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„Kleiner Kindheitstraum“ für Aufsteiger Kunstmann

So 07.06.2026
Fotos: Justus Stegemann
Fotos: Justus Stegemann

Bereits bei der Saisonabschlussfeier der Berlin Recycling Volleys fiel sein Name und sorgte für Jubel unter den Fans: Louis Kunstmann wechselt zur kommenden Saison an die Spree und hat einen Vertrag für zwei Jahre beim Deutschen Rekordmeister unterschrieben. Der 25-jährige Neu-Nationalspieler legte nach seiner Rückkehr vom College ein starkes Jahr in der Bundesliga hin und hofft in den nächsten Monaten auf weitere Einsätze für die DVV-Auswahl, bevor das Abenteuer in der Hauptstadt für ihn startet.

Eine volle Arena, 6.000 Volleyballfans und ausgelassene Stimmung – für Louis Kunstmann hätte sein Länderspieldebüt beim Heimauftritt in Neu-Ulm kaum schöner sein können: „Es war eine tolle Atmosphäre und hat einfach riesig Spaß gemacht. Jeder in der Arena hatte eine gute Zeit“, berichtet der 2.05 Meter große Athlet vom Sieg gegen Frankreich, wo er den fünften Satz durchspielen durfte. „Ich war 2018 gegen Brasilien schon einmal im Kader, stand aber nicht auf dem Feld. Die offizielle Premiere jetzt war sehr schön. Das hat man erlebt und kann einem keiner mehr nehmen. Es ist auch ein Moment, wo man zurückblickt auf die Menge an Trainingsstunden, die man in den Sport gesteckt hat und sich so auszahlen.“ Zuletzt steckte Kunstmann diese Energie im Trikot des VfB Friedrichshafen in seine berufliche Leidenschaft, doch es war nicht seine erste Station in der Bundesliga. Bevor der Lockenschopf für fünf Jahre an der kanadischen University of Calgary Informatik studierte, zählte Louis zum Kader der United Volleys Frankfurt. Sein Heimatverein ist der TuS Kriftel, wo er wie Bruder Joscha (den es nun von Lüneburg nach Italien zieht) seine ersten Schritte machte.

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Im Februar begegneten sich beide auf der größten Volleyballbühne Deutschlands. Beim Zoi DVV-Pokalfinale stand das Bruderduell stark im Fokus, letztlich ging es mit 3:2 an den jüngeren Joscha und die SVG. Trotzdem zieht der Ältere persönlich ein positives Fazit zu seiner Rückkehr in die Liga: „Es lief deutlich besser als gedacht. Ich konnte es selbst vor der Saison nicht so einschätzen. Schließlich hatte ich in Kanada die letzten drei Jahre kaum noch Mittelbock, eher Außenangriff und Diagonal gespielt. Jetzt habe ich fast alle Spiele gemacht, durfte Verantwortung übernehmen und bin schon auch stolz, dass sich dadurch die Option bot, nach Berlin zu gehen. Es ist auch ein kleiner Kindheitstraum für einen so großen Verein in Deutschland spielen zu dürfen und die Max-Schmeling-Halle als Heimhalle zu haben.“

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Dass Kunstmann zu den besten Mittelblockern der Liga zählt, hat man bei den BR Volleys schnell registriert, wie Kaweh Niroomand erklärt: „Louis ist uns schon früh in der letzten Saison sehr positiv aufgefallen. Er passt perfekt in unser Anforderungsprofil für den Mittelblock. Ein immer noch junger, deutscher Spieler, der in allen Elementen schon gut ist und noch besser werden kann.“ Den Berliner Geschäftsführer freut, „dass er jetzt auch seine Chance in der Nationalmannschaft bekommt. Das hat Louis sich absolut verdient. Er ist ein aufgeräumter und zielstrebiger junger Mann, der sich hervorragend in unser neues Team einfügen wird. Wir sind von seiner Verpflichtung absolut überzeugt.“

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Potenzial sieht der Gelobte auch selbst noch reichlich: „Ich glaube, der Block hat ganz gut funktioniert in der letzten Saison. Aber man kann sich immer in allen Elementen verbessern, zum Beispiel will ich im Angriff variabler werden.“ Am Aufschlag habe er bereits viel gearbeitet und zum Ende hin mit seinem Hybrid ein gutes Tool gefunden, das er ebenfalls weiter ausbauen möchte, um seinem zukünftigen Team zu helfen. „In Berlin wird vieles neu sein, Zuspieler, Diagonalangreifer. Daher wird es schon sehr spannend, wie gut wir als Mannschaft werden. Und die Konkurrenz schläft nicht. Ich vermute, im Mittel wird die Liga nicht schlechter.“ Ein erstes Ziel mit den BR Volleys, bei denen er sich unter anderem auf Daniel Malescha und Nolan Flexen freut, steht für Kunstmann auch schon fest: „Ich würde mit meiner Mannschaft sehr gern zum neuen Pokalfinale nach Köln. Das wäre eine wirklich coole Sache!“

Doch bevor er sich dieser Aufgabe widmet, hofft der Blockspieler in der Nationalmannschaft seine Rolle zu finden und in der Volleyball Nations League Einsatzzeit zu erhalten. Am Wochenende heben die DVV-Männer Richtung Ottawa (CAN) ab, wo man zum Auftakt am 11. Jun um 1.30 Uhr (MEZ) auf die Gastgeber trifft. Wer die VNL mit Kunstmann, Ruben Schott oder Erik Shoji live bei VBTV verfolgen möchte, kann jetzt mit dem Rabattcode „BRVOLLEYS10“ zehn Prozent sparen: https://subscribe.volleyballworld.com/volleyball-tv-ger

Weitere Infos zur VNL: https://en.volleyballworld.com/volleyball/competitions/volleyball-nations-league

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