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Ruben Schott zurück in gewohnter Rolle

Wer im Sommer die Spiele der Volleyball-Nationalmannschaft verfolgt hat, konnte sich wundern: Der deutsche Libero sah genauso aus wie Ruben Schott. Des Rätsels Lösung: Es war Ruben Schott. Der 32-Jährige, bei den BR Volleys seit Jahren auf der Außen- und Annahmeposition eine feste Größe, hatte auf Wunsch von Bundestrainer Massimo Botti diese Rolle übernommen. Schon am Freitag (16. Okt. um 16.00 Uhr) beim Ligacup in Hildesheim im ersten Pflichtspiel der Saison gegen die Energiequelle Netzhoppers KW kehrt der Kapitän allerdings auf seinen angestammten Platz zurück. Und freut sich sehr darüber.
Seinen Ursprung hatte der ungewöhnliche Schritt im Frühjahr der vergangenen Saison. Da verhinderte eine Augenverletzung den Einsatz von Berlins Stamm-Libero Kyle Dagostino. Der talentierte und vorher als Nachrücker durchaus überzeugende Max Treiter war angeschlagen. Also sprang Annahmeexperte Schott bei der Champions-League-Partie in Perugia ein. Trotz des 0:3 – er machte seine Sache gut. Ob Botti deshalb bei ihm anrief, ist nicht überliefert. Im Nationalteam stellte sich jedoch ein ähnliches Problem. Olympia-Teilnehmer Julian Zenger plagte sich nach einer langen medizinischen Zwangspause mit einer direkt folgenden Achillessehnenverletzung. Leonard Graven fehlte es an Konstanz, so dass ein Backup gesucht wurde.
„Massimo hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, im Sommer vermehrt Libero zu spielen“, erzählt Schott. „Ich wollte gern in der Nationalmannschaft dabei sein und hab sofort gesagt: Was auch immer das Team braucht – wenn ich da helfen kann, dann mache ich das natürlich.“ Aus „vermehrt“ wurde zunächst in der Volleyball Nations League und dann bis zum Ende der Europameisterschaft, wo Deutschland das Viertelfinale erreichte, ein „ununterbrochen“. „Ich hatte das so nicht erwartet“, sagt Schott. Der Berliner machte seine Sache aber nun mal sehr gut. Was nicht überall auf reine Begeisterung stieß. Natürlich war Graven enttäuscht. „Lenny hat mir ein bisschen leidgetan, hat mich aber die ganze Zeit sehr gut unterstützt.“ Skeptisch war man auch bei den BR Volleys, zumal der DVV seine Pläne nicht vorab mit dem Hauptstadtclub teilte und kein Austausch dazu stattfand. „Es ist schon eine große Umstellung, von der einen auf die andere Position zu wechseln. Ruben ist schließlich eine Schlüsselfigur in unseren Überlegungen“, sagt Geschäftsführer Kaweh Niroomand, „ich hoffe, dass er sehr schnell den Rhythmuswechsel verkraftet und als vollwertiger Außenangreifer der Mannschaft zur Verfügung steht.“

Schott wusste im DVV-Trikot den gesamten Sommer über als Libero zu überzeugen.
Die Erfahrung war für Ruben Schott vielschichtig. Einerseits mit positiven Gefühlen: „Es macht Spaß ab und zu. Auch jetzt im Sommer. Die Spiele sowieso, da musste ich mich jetzt nicht großartig motivieren.“ Was ihm am meisten gefallen hat an der Liberoposition, ist das Aufwärmen. „Man spielt sich fünf Minuten ein, und dann ist man bereit fürs Spiel. Du musst dich nicht aufs Springen oder auf die Landung vorbereiten.“ Natürlich ist es für jeden Sportler auch großartig, viel auf dem Feld zu stehen, eine wichtige Rolle auszufüllen. Nie zuvor kam Schott in einem Nationalmannschafts-Sommer auf so viel Einsatzzeit.
Aber auch hier gibt es eine andere Seite. Kein Blocken mehr, kein Aufschlag, keine Angriffe abschließen, „das habe ich hundertprozentig vermisst. Nicht nur, weil ich es gern mache“, erklärt der Routinier sein Dilemma. Als Libero habe man nur zwei Sachen, mit denen man seine Mannschaft unterstützen könne. „Wenn man mal einen schlechten Tag in der Annahme hat, bleibt nur noch die Abwehr. Und wenn der Ball nicht zu dir kommt, fühlt man sich isoliert und hat das Gefühl, dass man der Mannschaft gar nicht helfen kann. Du bist einfach nur da.“ Dazu kommt die mentale Herausforderung, minutenlang den Ball nicht zu berühren, weil der Gegner beim Aufschlag möglichst nicht den besten Annahmespieler ins Visier nimmt. Wenn der Ball dann doch kommt, muss der Libero sofort funktionieren. „Sonst sind die anderen sauer. Außerdem will man es ja selbst gut machen.“
Als Außen- und Annahmespieler ist man dagegen ständig voll ins Geschehen auf dem Feld involviert. „Läuft ein Element nicht so gut, kann man es vielleicht ausgleichen mit einem anderen Element, mit einem Ass, mit einem guten Block“, beschreibt Schott indirekt sein Fremdeln mit der Rolle des Liberos. Das klingt nicht gerade so, als habe er eine neue Lieblingsposition gefunden. „Nein, auf gar keinen Fall. Ich freue mich, wieder auf meine angestammte Position zurückzukehren.“ Sein Trainer Andrea Anastasi kommt auch gar nicht auf andere Ideen: „Ruben Libero bei den BR Volleys? Ich verschwende daran keinen Gedanken. Ich habe Erik Shoji, ich habe Maxi, das ist perfekt.“ Dass er das Angriffsspiel nicht verlernt hat, zeigte Schott beim letzten Testspiel in Polen gegen ZAKSA Kędzierzyn-Koźle. Zum 3:1-Erfolg trug der Kapitän zwölf Punkte bei.

Beim Golas Memorial stellte der Kapitän seinen Wert für die Mannschaft als Außenangreifer sofort wieder unter Beweis.
Diesen Trend zurück zu den alten Tugenden will er in Hildesheim und beim Bundesliga-Heimauftakt gegen die FT 1844 Freiburg (21. Okt. um 19.00 Uhr) fortsetzen: „Die Vorfreude im Team auf die neue Saison und unsere Fans ist groß. Ich hoffe, dass wir alle gemeinsam schnell zu einer Einheit zusammenwachsen und gut starten. Dazu möchte ich natürlich auch am Netz meine Punkte beitragen. Wir wollen unseren Zuschauern direkt etwas bieten und Spaß auf die Ränge transportieren.“
Tickets für die Heimspiele in der Jubiläumssaison „15 Jahre BR Volleys“: www.br-volleys.de/tickets
Die Teamline 2026/27 ist ab sofort innerhalb von 2-4 Werktagen lieferbar: https://www.br-volleys-shop.de/teamwear/c-374.html






