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Dr. Karsten Holland – der Entertainer

Mo 02.11.2026
Fotos: Christoph Pabel, Sebastian Wells, Andreas Gora
Fotos: Christoph Pabel, Sebastian Wells, Andreas Gora

Wenn in der Max-Schmeling-Halle die Stimmung den Siedepunkt erreicht, hat die Mannschaft der Berlin Recycling Volleys meist einen guten Job gemacht. Das Gleiche gilt für Dr. Karsten Holland. Arenasprecher, Moderator oder einfach „Die Stimme“: Seit fast 30 Jahren ist er fester Bestandteil im Eventprogramm des Vereins. Obwohl er eigentlich lieber selbst Leistungssportler geworden wäre.

Wie schafft man das alles? Eine orthopädische Praxis leiten und im Krankenhaus Operationen durchführen? Mannschaftsarzt der Volleyball-Nationalmannschaft und damit den halben Sommer unterwegs sein? Familienvater mit Frau, Tochter und Sohn? Und nicht zuletzt von Anfang an „die Stimme“, den Entertainer bei den Spielen der Berlin Recycling Volleys im Volleyballtempel geben, das Publikum mitreißen und bei guter Laune halten? Dr. Karsten Holland lächelt: „Das muss schon ganz gut organisiert sein. Spiele sind meist abends oder am Wochenende, da schaffen wir es halt.“ Um dann zuzugeben: „Die 30 Jahre, die ich das mache, merkt man schon. Mittwoch beginnt mein Tag um halb acht, da gebe ich Spritzen. Dann geht’s in den OP.“ Danach ist Sprechstunde. Anschließend fährt er von Spandau nach Charlottenburg, holt zu Hause ein paar Sachen ab, kämpft sich durch den Verkehr zur Max-Schmeling-Halle. Um 19.30 Uhr fängt ein Champions-League-Spiel an. „Wenn das über fünf Sätze geht bis 23 Uhr – dann spüre ich, was ich getan hab. Selbstgewähltes Schicksal, ich weiß.“ Er lacht. Weil ihm das alles solchen Spaß macht.

Das alles ist noch ein bisschen mehr. Die Unterhaltungskünste des Sportmediziners sind nicht nur bei den BR Volleys gefragt. Das ISTAF der Leichtathleten moderiert Holland seit 17, den Berlin-Marathon gar seit 23 Jahren. Er war Sprecher bei weiteren Läufen in Palma de Mallorca, Hannover, Frankfurt, dreimal beim London-Marathon. „Für den Deutschen Fußball-Bund habe ich auch viel gemacht: A- und B-Jugend-Finals, Schüler-Länderspiele im Olympiastadion zwischen Deutschland und England oder Frankreich.“ Jugend trainiert für Olympia begleitet der 52-Jährige seit 18 Jahren als Moderator. Weitere Höhepunkte waren ein EHF-Finale der Handball-Füchse und das Basketball-Spektakel zwischen Alba und NBA-Champion San Antonio. „Wenn ich mir Zusammenschnitte anschaue vom Sportjahr in Berlin, sind da relativ viele Veranstaltungen dabei, die mir sehr bekannt vorkommen“, sagt er mit ein bisschen Stolz.

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Hollands Lieblingsmoment aus 15 Jahren: 
„Vor dem Final Four haben wir uns für die Opening-Zeremonie etwas Besonderes überlegt. Ein kleines Mädchen schläft mit dem Pokal im Kinderbett, wacht auf und stellt den Pokal auf eine Empore, der wird dann mit Pyro präsentiert. Das Mädchen war eine siebenjährige Freundin meiner Tochter, das Bettchen war aus unserem Kinderzimmer und stand in der Mitte der Arena. Sie hatte Kopfhörer auf, wir haben ihr gesagt: „Jetzt steh auf, stell den Pokal auf die Empore. Du machst das ganz toll. Nicht erschrecken, gleich zischt es hinter dir.“ Wir waren so nervös. Dann kamen die Fahnenträger der vier Vereine aus den vier Ecken der Arena. Sofort brandete riesiger Jubel auf. Alles, was wir uns theoretisch überlegt haben, hat funktioniert. Das war so schön.“ - zur Eröffnungsfeier des Champions League Final Four 2015 in der Max-Schmeling-Halle

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Begonnen hat alles damit, dass sich Holland als DJ etwas Taschengeld verdiente. Bei der Abifeier seines Jahrgangs sorgte er ebenso für gute Laune. Weshalb ihn ein paar Monate später sein Sportlehrer Fiete Lemke anrief: Er solle beim damaligen Bundesligisten Post SV den Entertainer geben. „Ich verstehe nichts von Volleyball“, antwortete der junge Mann. „Darum wollen sie dich ja haben. Du sollst Stimmung machen!“ Der neue Job machte ihm Spaß, und als der Verein nach Hellersdorf umzog, blieb ihr Moderator in der Sömmeringhalle beim SCC. Fast 30 Jahre ist das her. An seiner Seite für den technischen Ablauf war zunächst Robert Fekl, der noch immer punktuell einspringt. Als der Berlin verließ, wurde Jörg Günzel sein DJ und Mann für alle technischen Fragen. Seitdem sind diese beiden kongeniale Partner. Anfangs vor wenigen Fans. „Wenn zu Champions-League-Spielen 1500 Zuschauer kamen, haben wir uns total gefreut“, erinnert sich das Urgestein des Vereins. Dann kam der Wechsel in die Max-Schmeling-Halle. Unvergessen für Holland die Premiere gegen Düren 2008. „Als der Unterring immer voller wurde, wurde auch der Oberring geöffnet. Ich vergesse nie den Anblick, als die schweren Molton-Vorhänge weggezogen wurden. Plötzlich sahen wir: Der Oberring war ja auch schon halbvoll. Die Leute strömten weiter hinein. Es war unglaublich.“

Karsten Holland wäre gern selbst Leistungssportler geworden. Wie sein Vater Lothar, der in der Fußball-Junioren-Nationalmannschaft spielte, Kapitän der Berliner Stadtauswahl war. Vergleichbares gelang dem Filius nicht, doch er fand seinen eigenen Weg. Er liebte das Entertainment, er liebte die Stimmung in Stadien. Und er wollte für die Athleten, die er bewunderte, eine Atmosphäre schaffen, in der sie ihre beste Leistung abrufen konnten. Als Beispiel erzählt er von der Runde im Playoff-12 gegen Istanbul 2017: „Wir verlieren vorher auswärts 2:3, liegen 0:2 hinten, und ich mit meiner großen Klappe sagte: Das wird eine ganz lange Volleyball-Nacht. Dass wir dann wirklich 3:2 und den folgenden Golden Set gewonnen haben, das ist toll gewesen. Mit Hilfe der Atmosphäre in der Halle es zu schaffen, Spiele zu drehen, das macht riesig Spaß.“

Die Entwicklung der BR Volleys sieht er mit großer Freude. Besonders, was die Zahl der Fans angeht. „Heute gibt es kein Spiel mehr gegen einen Aufsteiger mit weniger als 3000 Zuschauern. Wir sind in Europa auf Top-Level“, sagt der Arzt, der mit der Nationalmannschaft viel herumkommt, „das ist viel besser als bei den meisten Spielen der Volleyball Nations League. Das vergessen wir manchmal. Weil wir uns mit anderen Sportarten vergleichen.“ Luft nach oben sieht er dennoch. „Wir müssen immer am Ball bleiben. Ich glaube, du brauchst eine erfolgreiche Mannschaft, ich glaube aber auch, dass Sport-Entertainment die Leute anlockt. Die freuen sich über einen unterhaltsamen Abend.“ Dass die Fans der BR Volleys beides bekommen, daran hat Holland einen großen Anteil.

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Dreamteam-Voting
Jeder Protagonist aus "15 Jahre | 15 Menschen" stellt sein persönliches Dreamteam zusammen. Zu Beginn des Jahres 2027 wird es ein interaktives Publikumsvoting geben, um gemeinsam das All-Time-Dreamteam aus 15 Jahren zu küren.

In dieser Saison ist wieder besonders viel geboten. Aufgrund des Jubiläums „15 Jahre BR Volleys“ laufen bei nahezu jedem Heimspiel Sonderaktionen und für Holland hat dies den netten Nebeneffekt: Er begrüßt jede Menge ihm vertraute Gesichter und Vereinsikonen an seinem Mikrofon. Für das Topspiel am Mittwoch (4. Nov. um 19.00 Uhr) gegen Friedrichshafen hat sich der frühere Kapitän Robert Kromm angekündigt. Außerdem ist eine gemeinsame Gesangseinlage mit dem Künstler Patrick Bopp in der zweiten Satzpause geplant. Das Match wird von der Berlin Recycling GmbH präsentiert.

Zur Podcast-Folge mit Karsten Holland:

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Alle Infos zu „15 Jahre BR Volleys“: https://www.berlin-recycling-volleys.de/saison/15-jahre-br-volleys

Tickets für die Heimspiele: www.br-volleys.de/tickets

 

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