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2013: Ausverkauft! Ein Rekordabend ohne Meisterschale

8.553 Menschen, ein Meer aus Orange und eine Atmosphäre, die unter die Haut ging: Am 2. Mai 2013 schrieb der Volleyballtempel Geschichte. Erstmals war die Max-Schmeling-Halle bei einem Heimspiel der BR Volleys bis auf den letzten Platz gefüllt. Mehr noch: Nie zuvor hatten so viele Zuschauer ein Bundesligaspiel im deutschen Volleyball verfolgt. Ein neuer Rekord – und die perfekte Kulisse für die erste Meisterfeier in der eigenen Arena. Eigentlich.
Die Vorfreude war riesig. Erst seit 2011 bestritten die BERLIN RECYCLING Volleys sämtliche Heimspiele in der Max-Schmeling-Halle. Was wenige Jahre zuvor mit einzelnen Gastspielen begonnen hatte, war längst zu einem außergewöhnlichen Erfolgsmodell geworden. Nun sollte der Volleyballtempel erstmals restlos ausverkauft sein. Schon beim ersten Finale gegen den VfB Friedrichshafen hatten 7.683 Fans ihre Mannschaft zum 3:1-Sieg getragen. Anschließend legten die Berliner am Bodensee nach: Wieder 3:1, wieder Jubel. In der „best-of-five“-Serie stand es 2:0. Nur noch ein Sieg trennte das Team von Trainer Mark Lebedew von der Titelverteidigung.
Der Donnerstagabend, unmittelbar nach dem Maifeiertag, versprach deshalb weit mehr als ein gewöhnliches Spitzenspiel. Auf den Rängen herrschte Festtagsstimmung, die orangefarbenen Tribünen bebten. Fans und Verantwortliche träumten davon, die Meisterschale erstmals in der Max-Schmeling-Halle in die Höhe zu stemmen. Dass die Arena nun tatsächlich ausverkauft war, setzte zugleich ein Ausrufezeichen für den gesamten deutschen Volleyball. Wo die Sportart andernorts um Aufmerksamkeit kämpfen musste, strömten in Berlin Tausende zu einem Bundesliga-Endspiel.

Doch der VfB Friedrichshafen hatte andere Pläne. Das Team von Stelian Moculescu, zwölfmaliger Deutscher Meister, wehrte sich gegen das drohende Saisonende. Die Gäste spielten entschlossen auf und holten die ersten beiden Sätze mit 25:22 und 25:21. Bei den Berlinern lief wenig zusammen. Die enorme Erwartung schien die Mannschaft eher zu lähmen als zu beflügeln. „Die vielen Leute waren heute auch eine Belastung für das Team“, erklärte Geschäftsführer Kaweh Niroomand anschließend. „Keiner der Spieler hat Normalform erreicht.“ Im dritten Satz bäumten sich die Gastgeber auf. Mit 25:23 verkürzten sie, und für einen Moment keimte die Hoffnung auf eine jener Aufholjagden, für die dieses Team bekannt war. Doch Friedrichshafen ließ sich nicht mehr stoppen. Das 25:20 im vierten Durchgang besiegelte die 1:3-Niederlage. Statt Meisterjubel gab es enttäuschte Gesichter und die Erkenntnis: Die Schale musste warten. Der VfB hatte auf 1:2 verkürzt.
Drei Tage später bot sich den Berlinern in der ZF Arena die nächste Chance. Wieder wurde es ein Drama. Paul Carroll, Robert Kromm, Scott Touzinsky und ihre Mitspieler gewannen die ersten beiden Sätze mit 25:23 und 25:22. Dann schlug Friedrichshafen zurück, glich mit 25:23 und 25:22 aus und führte im Tiebreak beim Seitenwechsel bereits mit 8:4. Ein fünftes Finalspiel in Berlin schien plötzlich unausweichlich. Doch die BR Volleys fanden noch einmal zurück. Der eingewechselte Roko Sikirić setzte mit einer Aufschlagserie den Gegner unter Druck und stellte auf 9:9. Berlin drehte den Entscheidungssatz und gewann mit 15:11. Nach 133 Minuten war die Titelverteidigung perfekt: die fünfte Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte, die zweite in Folge. Kapitän Scott Touzinsky stemmte die Schale in die Höhe, Trainer Lebedew ließ seinen Emotionen freien Lauf.

„Der VfB Friedrichshafen und wir haben eine tolle Werbung für Volleyball in Deutschland gemacht“, bilanzierte Niroomand. Der Rekordabend vom 2. Mai hatte zwar nicht mit einer Meisterfeier geendet. Aber er bewies eindrucksvoll, welche Strahlkraft der Volleyball in Berlin inzwischen entfaltet hatte. Die Schale kam wenige Tage später. Die Gewissheit, dass der Volleyballtempel wirklich voll werden konnte, blieb.
Fotos vom 02. Mai 2013: https://www.foto-herfet.de/index.php?menu=201305020
Alle Infos dazu auf: https://www.berlin-recycling-volleys.de/saison/15-jahre-br-volleys
Tickets für die Heimspiele: www.br-volleys.de/tickets






