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Hanno Thielmann – der Wegbereiter

Mo 26.10.2026
Foto: Eckhard Herfet/Andreas Gora
Foto: Eckhard Herfet/Andreas Gora

Wenn die BERLIN RECYCLING Volleys ihre Spiele in der Max-Schmeling-Halle bestreiten, fiebert Hanno Thielmann auf der Tribüne mit. Neben ihm sitzt seine Frau, an seinen Geburtstagen ist sogar die ganze Familie dabei. Das ist zur schönen Tradition geworden. Aber der 73-Jährige ist nicht nur Fan. Er ist einer der Initiatoren dieses erfolgreichen Volleyball-Projekts. Thielmann war von 2009 bis 2015 Geschäftsführer des Entsorgungs-Unternehmens, das die Entwicklung entscheidend förderte. Seit 2011 ist Berlin Recycling Namensgeber und Hauptsponsor des Vereins.

Warum Volleyball, in einer Stadt, in der es so viel Topsport gibt? „Wir brauchten einen sauberen Sport. Wir brauchten eine angenehme Fankultur, wo man mit Kindern hingehen kann, wo man unter Freunden ist“, erinnert sich der pensionierte Manager. Das war der eine Punkt. Ein anderer: Bis dahin wurde in dem jungen Unternehmen, einer Tochter der Berliner Stadtreinigung (BSR), das Sponsorengeld nach dem Gießkannenprinzip verteilt. Thielmann vermisste ein Konzept. „Niemand hat richtig darüber nachgedacht, dass es ein Haufen Geld ist, den wir da unter die Leute bringen. Ohne einen Mehrwert, ohne Wirkung, weder für sich noch für den Partner.“ Der Diplomfinanzwirt hat sich zunächst bei allen Kandidaten umgeschaut. Mit dem Budget, das zur Verfügung stand, war klar: „Im Fußball landen wir unter ferner liefen.“ Für die Volleyballer mit ihrem vergleichsweise geringen Etat dagegen war es höchst interessant.

Thielmann, der in seiner Jugend Handball gespielt hat, ist heute noch sehr aktiv, joggt regelmäßig, betreibt Kraftsport, paddelt auf dem Müggelsee. Im Winter werden die Skier untergeschnallt. Auf Anhieb begeisterte ihn Volleyball beim Zuschauen: „Jeder hat diesen Sport ja mal probiert, sei es in der Schule oder am Strand. Jetzt habe ich richtige Könner erlebt – athletisch, aber schon vom Körperbau auf Eleganz getrimmt. Das hat mich gepackt. Das gefällt sicher vielen auf den ersten Blick.“ Dazu spielt Fairness eine große Rolle. Zusammengefasst: „Das ist sehenswert! Wir suchten jemanden, der uns transportiert, der uns eine Plattform und einen Kanal zu Kunden gibt. Wo wir tatsächlich für unsere Zwecke, Reichweite und Namensbildung etwas erreichen.“ Identifikation durch Sponsoring.

Die Idee des Geschäftsführers traf im eigenen Haus auf wenig Begeisterung. Gleichzeitig musste mit den Volleyballern des damaligen SCC Berlin vieles besprochen werden, die gewünschte Nachhaltigkeit des Projekts klar sein. „Von allen Bewerbern waren die Volleyballer der Verein, der den größten Schritt machen musste. Es musste in ein professionelles Management, professionelle Strukturen mit einem Office hintendran investiert werden – das hat alles viel Geld gekostet. Allen war klar, dass es für unsere gemeinsame Zielsetzung einen langen Atem braucht“, berichtet der 73-Jährige. Und Vertrauen. Das fasste er schnell zu Kaweh Niroomand. „Wenn wir alles auf eine Karte setzen, dann muss es auch die richtige sein. Kaweh ist klar, offen, er akzeptiert Notwendigkeiten. Mit ihm kann man bis zum Ende vernünftig reden“, sagt Thielmann. Obwohl nicht immer Einigkeit herrschte. „Wir haben uns schwere Gefechte geliefert. Aber wir mussten einen Weg finden, der für beide Seiten funktionierte, brauchten die Win-Win-Situation.“ Heraus kam ein Fünf-Jahres-Vertrag, den Thielmann der BSR abgetrotzt hatte. „Für Kaweh war es die Fahrkarte in die Zukunft.“ Und Berlin Recycling hatte einen Partner, mit dem sich die Unternehmenswerte, das Wiederverwerten von Rohstoffen, mit gemeinsamen Aktionen und Auftritten im Umfeld der Spiele gut vermitteln ließen.

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Thielmanns Moment aus 15 Jahren: 
„Ich könnte unzählige spannende und großartige Spiele aufzählen. Aber der Moment, als es in meinem Herzen am meisten gepuckert hat, das war, als ich an meinem Geburtstag die strahlenden Gesichter meiner Enkel gesehen habe. Sie sagten: Beim nächsten Mal, Opa, feiern wir wieder hier beim Volleyball, und dann möchten wir gern Freunde mitbringen. Das hat mich sehr erleichtert, denn es zeigte mir, es wird weitergehen mit der Begeisterung für Volleyball. Das ist ein sehr glücklicher Gedanke für mich.“

 

Dabei half enorm, wie schnell sich sportlicher Erfolg einstellte. Gleich das erste Jahr der Zusammenarbeit endete mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Dann folgte die zweite. Und die dritte. Das Projekt war aus dem Stand erfolgreich, das spielte dem Geschäftsführer von Berlin Recycling in die Karten. Die anfangs laute Kritik bei den Gesellschaftern der BSR an dem Deal verstummte. „Ich hatte mich auf ein 10.000-Meter-Rennen eingestellt und nicht auf einen Sprint“, erzählt Thielmann, „dass man den auch noch 15 Jahre durchhält, ist schon verrückt. Erstaunlich, aber schön.“ Wobei ihn in all den Jahren immer wieder faszinierte, wie die Teams zusammenwuchsen und im entscheidenden Moment selbst 0:2-Final-Rückstände aufholten und Meister wurden. Wie vor vier Jahren: „Das war nicht die erste, aber ich glaube die schwerste Meisterschaft. Das zu sehen, kommt mir manchmal vor wie in einer Zauberküche. Irgendeiner rührt, und man weiß nicht, was rauskommt.“ In Berlin wurde es Jahr für Jahr der nationale Titel.

Heute ist er schon stolz, dass er sich damals nicht die falschen Gedanken gemacht hat. „Es hätte auch ziemlich in die Hose gehen können“, gibt er zu. Keiner seiner Nachfolger bei Berlin Recycling hat an der Zusammenarbeit gerüttelt, auch die aktuellen Geschäftsführer Bianka Rieder und Dr. Stefan Bleckwehl stehen voll dahinter. Das Projekt, Thielmanns „Herzensprojekt“, ist längst erwachsen geworden. Und sein Wegbereiter ist guter Dinge, auf der Tribüne des Volleyballtempels noch viele schöne Erlebnisse zu haben.

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Hanno Thielmann war anlässlich des Jubiläums auch Bühnengast bei der Saisonauftaktfeier.

Retrospieltag
Das zweite Heimspiel der Saison gegen die cerebricks Volley Goats Mitteldeutschland (28. Okt. um 19.00 Uhr) wird zum Retrospieltag. Dabei wird mit Meister-Kapitän Jaroslav Skach auf das erste Heimspiel als Berlin Recycling Volleys am 30. September 2011 zurückgeblickt. In Block F warten zudem Ticketpreise wie vor 15 Jahren (14 Euro, 11 Euro ermäßigt): www.br-volleys.de/tickets

Foto-Aktion
Zum Retrospieltag am Mittwoch sind die BR Volleys-Fans aufgerufen, Fotos von damals und heute einzusenden. Wie saht Ihr 2011 aus und wie seht Ihr heute im Jahr 2026 aus? Die Einsendungen werden auf der Videoleinwand gezeigt und so werden die Zuschauer selbst Teil der Retro-Aktionen beim Heimspiel gegen die cerebricks Volley Goats Mitteldeutschland. Die Fotos können private Schnappschüsse sein oder im besten Fall sogar einen Bezug zu den BR Volleys haben. Unter allen Teilnehmenden werden nach der Partie drei Titel-Shirts aus 15 Jahren BR Volleys verlost. Die Fotos können per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder per Direktnachricht auf Instagram eingesendet werden.

Die Jubiläumssaison „15 Jahre Berlin Recycling Volleys“ feiert der Verein mit Geschichten und Eventspieltagen. Alle Infos dazu auf: https://www.berlin-recycling-volleys.de/saison/15-jahre-br-volleys

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